Thomas Reinold verabschiedet sich in den Ruhestand – Als Thomas Reinold mit 18 Jahren seine Ausbildung zum Krankenpfleger begann, ahnte er noch nicht, dass er später 34 Jahre bei der Seemannsmission arbeiten würde. „Ich blicke auf ein tolles Berufsleben zurück,“ sagt der Diakon. Ende August wird er die Tür des Seemannsclubs „Welcome“ zum letzten Mal hinter sich zuschließen.
Schon als Heranwachsender hat er sich sehr in der Jugendarbeit engagiert. Nach seinem Studium der Religionspädagogik war ihm klar, dass er lieber mit Erwachsenen arbeiten würde. Ein Berufspraktikum bei der Seemannsmission kam ihm da gerade recht. Ein Jahr lang betreute er Seeleute im Club in dem damaligen Hotel. Dass eine Stelle in Mäntyluoto danach gerade frei wurde, war für den Seemannsdiakon ein Glücksfall. 1993 ging es für ihn mit Frau und Kind nach Finnland.
„Am Kern der Arbeit mit den Seeleuten ändert sich auch in anderen Ländern nichts. Du tust das, was zu tun ist.“ Zudem ist Englisch weltweit die Arbeitssprache der Seefahrt. „Glücklicherweise haben wir schnell Freunde gefunden, die uns geholfen haben, uns zurechtzufinden,“ sagt Reinold. Nach neun Jahren kehrte er mit seiner Familie nach Bremerhaven zurück.
Der neue Seemannsclub an der Nordschleuse war 2002 noch im Rohbau, der Staub hatte sich noch nicht einmal gesetzt. Thomas Reinold übernahm mit Seemannsdiakonin Antje Zeller im Juli die Leitung der Einrichtung. „Am ersten Tag standen schon drei Philippinos vor der Tür. Wir waren total glücklich, wollten den Seeleuten zeigen, dass wir jetzt noch mehr anbieten können“, erinnert er sich.Die Seemannsmission brauche man nicht neu zu erfinden, man muss nur dranbleiben, sagt er heute. „Wir haben immer versucht die Bedürfnisse zu erspüren und sind dem nachgekommen.“ Allerdings habe sich die Beziehungsarbeit durch den technischen Fortschritt total geändert.
Respektvoller Umgang und gegenseitige Wertschätzung hatten für Reinold immer oberste Priorität. „Wenn mich jemand braucht, wird er mich schon fragen“,sagt der erfahrene Seemannsdiakon. Man könne viel von den Seefahrern lernen – unter anderem Tolerenz, Verlässlichkeit, Kameradschaft – das habe er immer bewundert. Und Klagen hat er nur sehr selten gehört.
Genau hinhören und hinsehen, das gehört zur Arbeit im Seemannsclub. Auch wenn sich durch die Technik über die Jahre sehr viel geändert. hat „Enweder man geht mit oder man geht“, hat Reinold schnell erkannt. Von der Telefonzelle bis zum Handy war über die Jahre alles dabei. Das kleine Glück nennt er die kurzen Momente, in denen Diakon und Seefahrer/in sich im Gespräch annähern. „Daraus habe ich immer sehr viel Kraft geschöpft.“
Besonders wichtig sei ihm die gute Atmosphäre sowohl im gesamten Team als auch im Club, denn die würde sich sofort auf die Seeleute übertragen. „Der Seemannsclub gehört den Seeleuten. Es ging nie um mich“, ist Reinold überzeugt. Am 31. August wird Seemannsdiakon Thomas Reinold die Tür des Welcome-Clubs zum letzten Mal hinter sich zuziehen.

English








